„Zwergenrunde“ und „Zwergenwiese“ – so heißen die beiden Ü3-Gruppen mit bis zu 17 Kindern im Alter von 3–6 Jahren.

Die beiden großen Gruppen werden von mehreren Voll- und Teilzeitkräften betreut. Alle
pädagogischen Kräfte haben eine Erzieherausbildung und teilweise die Zusatzqualifikation zur
Waldorferzieher:in.

Neben einem wiederkehrenden Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus, der den Kindern Sicherheit
und Orientierung im Alltagsgeschehen gibt, legen wir sehr viel Wert auf das tägliche Freispiel, das
für alle Entwicklungs- und Bildungsbereiche eine wichtige Bedeutung hat. 

Beim täglichen Spiel können die Kinder Vertrautes und Erlebtes wiederholen und verarbeiten.

„Das Spiel ist der Beruf des Kindes.“
„Spiel und Arbeit – die Arbeit des kleinen Kindes.“
„Spielen bedeutet Lernen.“

Während das Gehirn die Handlungen im Spiel viele Male wiederholt, baut es Bewegungsschemata
auf, und wichtige Funktionen wie das Denken und die Sprache werden entwickelt. 
Diese Erfahrungen und Kenntnisse haben für die Entwicklung der Kinder eine sehr wichtige Bedeutung,
denn alles, was man sich selbst „erarbeitet“ , hat eine viel nachhaltigere Wirkung als das, was man
„gezeigt“ oder „erklärt“ bekommt.

Kinder reagieren unmittelbar – körperlich und gefühlsmäßig – auf alle Sinneseindrücke, nicht über
den Verstand. Sie entwickeln somit im eigenen Spiel „Werkzeuge“, um die Welt zu erfassen und sie
sich auf ihre Weise zu erschließen. Durch all diese eigenen Erfahrungen spüren die Kinder ihre
eigenen Sinne und ihren eigenen Körper auf ihre eigene Weise. 
Sie wollen die Welt mit allen Sinnen erleben und begreifen. So lernen sie ihren Körper und ihre Grenzen kennen. Im Spiel können sie sich testen und mit viel Spaß ihrem Bewegungsdrang nachgehen.

„Sieben oder acht Jahre des Sich-Bewegens und Spielens sind notwendig, um einem Kind die Fähigkeiten zu vermitteln, die als Grundlage für seine intellektuelle, soziale und persönliche Entwicklung dienen können.“
- Jean Ayres

Im Waldorfkindergarten sind der Raum, das Spielzeug und die Erwachsenentätigkeit so gestaltet, dass sich das Kind in eine Umgebung begibt, in der es nachahmend er- und begreifend lernen kann.

Es geht also nicht darum, „spielerisch zu lernen“, sondern „lernen zu spielen“.

Durch nicht ausgestaltete Materialien und Gegenstände können die Kinder ihre geistigen Kräfte, inneren Bilder und ihre Phantasie vollkommen entfalten – was wichtig ist für die spätere Gehirntätigkeit beim Lernen. Gerade die jüngeren Kinder wechseln häufig die Thematik in ihrem Spiel und verlieren in der Regel schnell das Interesse an einem Spielzeug, das nur für einen bestimmten Zweck verwendet werden kann.
Das Material und die Raumgestaltung werden so ausgewählt, dass möglichst viele Anregungen zur Aktivierung der Sinne geschaffen werden. Die Spielmaterialien sollen erst durch Phantasiekraft zum gewünschten, vollendeten Gegenstand werden. 

Diese „Arbeit“ wirkt nach Rudolf Steiner bildend auf das Gehirn.

So gibt es jeden Tag zwei Freispielphasen – eine in den Gruppenräumen und eine draußen im Garten.
In der Drinnenfreispielzeit bauen und gestalten sich die Kinder kleine Spielnischen mit Tüchern, Brettern und Tischen, spielen auf dem Bauteppich oder im Puppenhaus. Manchmal helfen sie der Erzieherin bei den täglich anstehenden Arbeiten, wie z. B. Frühstückszubereitung, Wäsche falten, Dekoration herstellen oder Feste vorbereiten.
Jeden Tag ist der Maltisch gedeckt, um dort zu malen oder zu basteln und kreativ zu sein.
Nach dieser Freispielzeit räumen wir zusammen auf und sammeln uns im Märchenraum zum Morgenkreis. 
Dort finden Sing- und Bewegungsspiele statt.
Von dort aus gehen wir zum Frühstück.
Die zweite Freispielzeit ist draußen im Garten. Dort können nochmals alle Sinne betätigt werden.
Die Kinder erleben die Elemente der Natur: Erde (Sand), Wasser, Luft und – bei Festen – auch das Feuer (Licht).
Die Kinder klettern, schaukeln, spielen mit Steinen oder Holz. In der „Matschkuhle“ darf mit Wasser, Sand, Steinen und Holz gebaut werden. Beim Stelzenlaufen, Seilspringen, bei Fang-, Hüpf-, Ball- und Kreisspielen schulen sie ihren Bewegungs- und Gleichgewichtssinn – sie werden dabei gewandt und sicher.
Im Spiel erfahren sie mit anderen ein soziales Miteinander, gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme,
sie müssen Grenzen beachten oder lernen zu warten.

Die Fähigkeit zu spielen ist eines der wichtigsten Merkmale der „geistigen Gesundheit“.

Die Kinder sollen, dadurch dass sie ihren eigenen Spielimpulsen folgen, ihr Lernen selbst bestimmen und ihre Individualität voll entfalten können.

Nach der Draußenfreispielzeit gehen wir zum Mittagessen ins Haus.
Nach dem Mittagessen treffen wir uns zum Abschluss im Märchenraum und hören eine Geschichte
passend zur Jahreszeit.

Um 13:45 Uhr werden die Mittagskinder abgeholt.
Ab 14:00 Uhr werden die Nachmittagskinder zusammen in einer Gruppe bis 16:00 Uhr betreut.